Never judge a book by its cover

Kam mir heute in den Sinn.

Ich war in der kleinen Stadt in meiner Nähe. Fuhr zur Gelateria und holte mir ein Eis. Dazu parke ich meinen Rollstuhl und Swiss Trac immer vorne dran, stehe auf und gehe die 5 Schritte zur Theke.

Als ich mit meinem Eis wieder zu meinem Rollstuhl humple (meine Füsse sind heute mehr als nur geschwollen und meine Knöchel sind Knödel, aber das kommt vom Umzug in die neue Wohnung und der Mehrbelastung), sehe ich vis a vis einen Politiker sitzen. Cedric Wermuth von der SP. Ich weiss, dass er mich verurteilt hat, dass ich für ihn wie ein Simulant gewirkt habe. Ich sah seinen Gesichtsausdruck, hörte die Tuschelei!

Aber eben: never judge a book by its cover! Man sieht mir meine Krankheit nicht an. Ausser man schaut sich zBsp meine Knöchel an oder die offenen Stellen in meiner Haut, die vom Stress herführen. Vom neu entdeckten Hirntumor reden wir mal nicht.

Dass jeder Schritt sich für mich anfühlt, als würde ich auf abertausenden Messern stehen, dass ich jeden Tag mehr Medikamente nehme nur um zu funktionieren, dass mein Spezialist aufgegeben hat….all dies sieht er nicht.

Und genau das ist das Problem! Nur weil man mir meine Krankheit nicht anssieht, heisst das noch lange nicht, dass ich simuliere! Wieso sollte ich die schmerzhafteste Krankheit der Welt erfinden? Wieso sollte ich Medikamente nehmen, wenn ich nicht krank bin? Wieso sollte ich mit Folgeerkrankungen und Depressionen kämpfen? Was hätte ich davon, diese alle zu simulieren? Und wie könnte ich den Nebel in meinem Gehirn (sichtbar auf MRIs) erzeugen?

Das ist ein grosses Problem auch bei Ärzten. Nur weil ich nicht gelähmt bin, heisst das noch lange nicht, dass ich den Rollstuhl nicht brauche. Ich bin auf das Teil angewiesen, damit ich wenigstens noch ein mehr oder weniger selbstständiges Leben führen kann. Ich lebe ja schon unter dem Existenzminimum! Wenn man mir noch den Rollstuhl wegnehmen würde, würde ich dahin vegetieren, auf Hilfe angewiesen sein bei allem und würde sehr wahrscheinlich innert den nächsten paar Jahren sterben!

Aber das ist den Politikern egal. Die mussten noch nie jeden Rappen 5mal umdrehen, wissen nicht wie es ist, nicht zu wissen ob man am nächsten Tag noch lebt, oder nicht zu wissen ob man überhaupt aus dem Bett kommt! Sie wissen nicht, wie es ist betteln zu müssen. Wege finden zu müssen, um zu überleben!

Nein. Sie sehen dich einmal ein paar Schritte gehen und nehmen dann an, du simulierst das Ganze. Dann finden sie Wege, dir das Wenige, was du noch an Würde hast, weg zu nehmen! Und finden noch mehr Wege, dir das Leben schwer zu machen!

Ich wette mit euch, dass KEINER in der Politik es auch nur 15 Minuten mit meiner Krankheit aushalten würde!

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CRPS – wie es wirklich ist!

Hallo.

Mein Name ist Complex Regional Pain Syndrome. Ein paar Freunde, die mich schon länger kennen, nennen mich RSD oder CRPS.

Ich bin eine unsichtbare, neurologische, chronische Schmerzerkrankung die dein vegetatives Nervensystem angreift.

Ich bin jetzt für immer in deinem Leben angekettet. Du hoffst auf Remission, aber es gibt keine Heilung.

Ich bin sehr hinterlistig und erscheine weder in Bluttests, Röntgenaufnahmen oder MRI’s. Es gibt keinen Test, der belegen kann dass du mich hast. Es gibt nur Tests, die andere Krankheiten ausschliessen.

Andere Menschen können mich weder sehen noch hören. Aber DEIN Körper spürt mich. Ich kann dich attackieren wo und wann ich will. Und ich will! Die ganze Zeit!

Ich kann dir die extremsten Schmerzen bereiten, oder wenn ich in guter Stimmung bin, deinen ganzen Körper schmerzen lassen.

Erinnerst du dich an die Zeit, als du und Energie rumgerannt seid und Spass hattet? Ich habe dir Energie genommen und mit Erschöpfung ausgetauscht. Versuch jetzt mal Spass zu haben!

Ich kann dir Schlaf wegnehmen und dir dafür Gehirn-Nebel und Konzentrationsstörungen  da lassen. Ich kann dich auch wünschen lassen, du könntest 24/7 schlafen oder ich lass dir Schlaflosigkeit da.

Ich kann dir innerliche Tremors da lassen. Oder ich kann dich kalt/heiss fühlen lassen, obwohl alle anderen sich normal fühlen. Dank mir kannst du auch Krampfanfälle erleiden, die dich tagelang ausser Gefecht setzen.

Ich kann veranlassen, dass deine Extremitäten die Farbe wechseln, verschlagen aussehen, super sensibel sein lassen und dass einfach so, ohne Grund.

Ich kann deine Extremitäten anschwellen lassen. Auch dein Gesicht, deine Augenlider. Eigentlich alles! Oh und nur weil ich in einem Teil deines Körpers angefangen habe, denke nicht, ich kann nicht auch andere Teile besuchen und mich niederlassen. Ich kann und ich werde!

Ich kann dich unruhig, ängstlich, depressiv und voller Panikattacken machen. Ich kann auch andere mentale Probleme hervorrufen. Verrückte Stimmungsschwankungen? Tränen ohne Grund? Wütend ohne Grund? Alles ich! Es ist schwer nicht hoffnungslos zu sein, wenn ich deinen Körper die ganze Zeit attackiere!

Ich kann dich laut aufschreien lassen. Tag und Nacht. Wo immer du bist. Weil ich kann dich Schmerzen fühlen lassen, als würde dich jemand mit einem Messer stechen. Dich verrückt aussehen zu lassen? Mein grösster Spass!

Ich kann dir Haarausfall bescheren, deine Nägel trocken und brüchig machen. Oder ich lasse die Nägel nicht mehr wachsen. Akne, trockene Haut….Nur der Himmel ist mein Limit!

Ich kann dafür sorgen, dass du an Gewicht zulegst. Egal was du isst oder wieviel du trainierst. Das Gewicht wird bleiben. Ok, manchmal kann ich auch dafür sorgen, dass du massiv an Gewicht verlierst. Ich diskriminiere ja nicht.
Sehr oft begleiten mich noch andere Freunde aus der Entzündungskrankheiten Gruppe. Wir machen dir das Leben extra schwer,

Wenn du etwas geplant hast oder dich auf etwas freust…Ich kann dir das liebend gerne wegnehmen.

Du hast mich nicht geplant. Aber ich hab dich auserwählt! Aus verschiedenen Gründen: diese Sportverletzung, der Nadelstich oder der Autounfall. Vielleicht war es auch die dringend benötigte Operation. Oder vielleicht auch gar nichts. Was immer der Grund war, ich bleibe bei dir! Durch dick und dünn!

Ich höre, du willst einen Arzt sehen um mich loszuwerden? Das bringt mich zum lachen. Versuchs doch! Du wirst eine Menge Ärzte sehen, bevor du einen findest, der dir effektiv helfen kann. Die Meisten werden nämlich dir die Schuld an meinem Besuch geben. Oder noch schlimmer. Sie werden sagen, du bildest es dir nur ein! Ich werde sie nämlich überzeugen, dass du verrückt bist. Denn eine normale Person kann doch nicht all diese Symptome haben und immer noch “normal” aussehen!
Du wirst eine Menge falscher Medikation zu dir nehmen. Schmerztabletten, Schlaftabletten, Energietabletten, Antidepressiva, etwas gegen Angstzustände….

Es gibt so viele Möglichkeiten dich krank und miserabel zu machen. Die Liste ist endlos. Wenn dein Körper plötzlich mit Sachen klarkommen muss, die noch nie da waren. Ja, das bin ich!

Kurzatmigkeit, Hunger nach Luft? Tada….ich!
Probleme mit der Knochendichte?

Dein Körper kann Blutzirkulation und Körpertemperatur nicht mehr regulieren?

Konstante Spasmen? Jaa…du hast es erraten. Ich!

Ich sagte ja, die Liste ist endlos!

Man wird dir vielleicht ein TENS Gerät geben, dich massieren, dir sagen du sollst nur genug schlafen und Sport treiben, damit ich weg gehe.

Man wird dir sagen, du sollst positiv denken. Du wirst gepiekst und untersucht. Aber man wird dich praktisch nie ernst nehmen, wenn du zu deinen Unmengen von Ärzten gehst und ihnen versuchst zu erklären, wie krank ich dich mache und wie sehr ich dein Leben einschränke. Wie erschöpft und krank du dich wegen mir fühlst.

Aber meistens wirst du einfach nur eine Überweisung an einen Psychiater bekommen von diesen seeeeehr verständnisvollen (=keine Ahnung habenden) Ärzten.

Dank mir wirst du sehr oft deine eigene Psyche hinterfragen. Ich werde dir nämlich undenkbare Szenarien geben, mit denen du klar kommen musst.

Deine Familie, Freunde und Mitarbeiter werden dir anfangs zuhören. Bis sie gelangweilt werden von deinem konstanten Reden über Erschöpfung, Schmerz und wie zerstörend ich bin.

Sogar nachdem du deinen besten Freunden und Familie erklärt hast, was ich bin (die schmerzhafteste Krankheit die es überhaupt gibt auf der Welt – ha nimm das Geburt oder Krebs!) und dass ich unheilbar bin, werden sie dir eine schnelle Genesung wünschen oder dich auffordern, positiver zu denken.

Die, die mich nicht kennen, wissen nicht wie grausam und ungewöhnlich meine Bestrafung ist.

Viele werden einfach sagen, du hast einen schlechten Tag. Oder werden dich an Dinge erinnern, die du vor 10, 20 Jahren tun konntest. Obwohl du vielleicht 10, 20 Tage meintest, als du es ihnen erzählt hast. Ja, ich kann innert 10 Tagen mehr Schaden anrichten, als viele meinen!

Sie werden dir auch sagen, dass du einfach nur raus gehen sollst, Dinge tun sollst, um dich besser zu fühlen. Sie werden nie verstehen, dass ich dein „Benzin“, das deinen Körper anfeuert, weggenommen habe.

Ein paar Leute werden auch anfangen hinter deinem Rücken zu reden. Sie werden dich Hypochonder nennen oder dich beschuldigen ein Aufmerksamkeitsdefizit zu haben. Während du langsam aber sicher fühlst du verlierst deine Würde, weil du manchmal mitten in einer Konversation nicht mehr weisst, was du sagen willst (ja, das war auch ich übrigens).

Viele werden dir auch sagen, dass ihre Schwester diese und jene Medikation hatte und es ihr wieder gut geht. Während du verzweifelt versuchst ihnen klar zu machen, dass ich mich nicht bei jedem gleich äussere. So dass die Medikation, die bei anderen hilft, bei dir mehr Schaden anrichtet oder gar nichts bringt (ich bin halt auch gerne individuell!).

Sie werden nicht verstehen, dass ich deinen ganzen Körper im Griff habe. Vom Kopf bis zu den Zehen (ich bin schliesslich gründlich). Ich befalle jede Zelle, jedes Körpersystem, jedes Organ wenn ich will (und meistens will ich!). Irgendwann werden wir sogar zusammen sterben. Denn auch das werde ich organisieren.

Die einzigen Menschen die dich wirklich verstehen werden, sind die, die mich auch haben. Nur die werden dich je wirklich verstehen!

Und deswegen wirst du dich oft alleine und hilflos fühlen.

 

Liebe Grüsse,

dein „bester“ Freund CRPS/RSD

 

Im Zug fährt die Angst mit

Dass ich viele Züge nicht oder nur mit Anmeldung benutzen kann, habe ich ja schon erwähnt.

Doch heute…..ich zittere immer noch ein wenig und könnte losheulen. Denn seit heute fährt die Angst mit.

Ich stieg nach dem Arztbesuch in die S-Bahn, die mich zu meinen Eltern bringen sollte (ich habe versprochen, auf den Hund aufzupassen). Musik in den Ohren, Buch in der Hand stand ich im Eingang des Wagons. Denn woanders kann ich mit Rollstuhl und Swiss Trac nicht hin. Es gibt bei dieser S-Bahn genau zwei Wagons für Fahrräder und Rollstühle. Ich stieg im ersten dieser Wagons bei der Rollstuhltüre ein. So wie eigentlich immer.

Plötzlich haut mir einer auf die Schulter, ziemlich schmerzhaft, dann wird verlangt, dass ich wegfahre. Kann ich aber nicht. Denn dieser Typ steht mit Kinderwagen hinter mir. Vor mir die Türe, hinter mir Kind. Was sollte ich tun? Plötzlich rastet der Typ aus und schreit mich an. „Du verdammte fette Krüppelsau! Blockierst hier alles. Du Scheisskrüppel!“ Dann packt er meine Rollstuhl und schiebt mich einfach weg. Zum Glück ging nichts kaputt, ausser dass meine Beine an die Verbindungsstange von Rolli zu Swiss Trac schlugen. Der Typ ging dann mit Kinderwagen (Neugeborenes darin) durch den ganzen Wagon zur anderen Türe! Fluchend, mich beschimpfend. Die ganze Zeit! „Fette Sau“ war noch das Netteste! Eine Frau, die in meiner Nähe sass, sah mich an und zuckte mit den Schultern. Doch dann plötzlich hör ich wie zwei junge Frauen mich verteidigen und den Typen (ca 40, selber nicht schlank, Bodybuildertyp, Glatze, weisses Muskelshirt) zurecht weisen. Da rastet der noch mehr aus, beschimpft die beiden Frauen, spuckt auf den Boden und auf die Frauen. Eine davon geht auf ihn los, er auf sie. Beide können gerade noch fest gehalten werden.

Inzwischen sind zwei andere Frauen aufgestanden und in den nächsten Wagon geflüchtet. Ein junger Mann steht neben mir und schaut gelangweilt (Zivilcourage ist wohl ein Fremdwort für ihn).

Zum Glück stieg der Typ mit Kinderwagen dann bei der nächsten Station aus. Doch da kam ein Teenie, der das Ganze mit gekriegt hat, stolziert durch den ganzen Wagon und beschimpft mich und die anderen zwei Frauen. O-Ton. „Fette Menschen sollte man krepieren lassen, sind eh alles haarige Affenmenschen! Die brauchen ja nicht mal Winterklamotten soviel Fett wie die haben.“ Ich sah sie an und meinte, sie könne ihre Meinung ja haben, aber dann soll sie sie für sich behalten oder wenn sie schon telefonieren muss, dann bitte so, dass man solche Beleidigungen nicht mit anhören müsse. Ihre Reaktion? „Du fetter Krüppel…dich hätte man doch gleich verrecken lassen sollen!“

Gemäss Bahnpolizei soll ich die beiden bei der Stadtpolizei anzeigen, weil das könne man so nicht durchgehen lassen. Man habe ja auch Kameras in den S-Bahnen, da könne man die beiden sicher ausfindig machen. Aber die Chance, dass etwas passiere sei mehr als gering! Polizeiposten war natürlich zu und deswegen kann ich erst Morgen oder Mittwoch die Anzeige aufgeben. Typisch…..

Zum Glück habe ich tolle Freunde. Luci kam gleich zu mir und hat mich dann den Rest des Abends aufgemuntert. Er meinte auch, dass ich mich mehr wehren soll. Aber wie? Benutze ich Pfefferspray bin ich schlussendlich die, die angezeigt wird.

Manchmal habe ich echt das Gefühl, man darf kein Mensch mehr sein, sobald man ein Handicap hat……

Ganglion Sympathicus Blockade

Das wird auf mich zukommen nächsten Montag.

Ja, ich bin nervös. Nein, ich habe keine Angst vor den Nadeln. Ja, ich habe vorgesorgt und mir Emla besorgt. Nein, ich werde keine Barbiturate nehmen da ich darauf mit der paradoxen Wirkung reagiere. Ja, ich werde alleine und ambulant gehen. Nein, ich denke nicht, dass es viel bringen wird. Ja, ich werde es trotzdem versuchen.

So in etwa sieht es im Moment in meinem Kopf aus.

Ok, ich bin im Moment auch ein wenig hörgeschädigt, weil ich einen Hörsturz hatte letztes Wochenende. Genau jetzt hat nämlich mein Meniere beschlossen, sich mal wieder zu melden. Das bedeutet Hörsturz auf die tiefen Töne und Schwindel. Dazu der immer bleibende Tinnitus. Aber wenigstens ist es noch medikamentös behandelbar und verschwindet wieder. Ausserdem ist es praktisch. Wenn mich Menschen nerven, dreh ich ihnen die linke Seite zu. Dann hör ich sie einfach nicht mehr! Sehr praktisch!

Aber ja. Mal schauen wie es mir nächsten Montag gehen wird. Die Chancen dass es hilft liegen bei 70%. Die Chancen dass es mehr als 3 Tage anhält bei 30%. Doch wenn ich es nicht versuche, kann mir von der Invalidenversicherung vorgeworfen werden, dass ich ja krank sein will! Nett oder? Und sie können mir dann auch jederzeit die Gelder kürzen. Was sie ja so oder so tun. Unter dem Existensminimum zu leben macht ja auch soooooo viel Spass!

Dabei soll es ja keine Armen in der Schweiz geben! Selten so gelacht!

Naja, lassen wir das. Ich bereite mich auf Montag vor, schmier mir den Rücken mit Emla ein und hoffe auf das Beste. Aber ich werde meine Erwartungen nicht hochschrauben. Die letzten zwei Blockaden haben nämlich nichts gebracht. Deswegen, hoffen aber nichts erwarten!

SBB und Rollstühle

Gemäss Behindertengleichstellungsgesetz von 2004, müsste es eigentlich möglich sein, autonom (also selbstständig) mit öffentlichem Verkehr zu reisen.

Selten so gelacht!

Manchmal hab ich das Gefühl, dass die SBB uns nicht mehr als Menschen wahrnimmt. ZBsp der Regioexpress, oder S-Bahn wie das heute heisst, die ich normalerweise nehme um zu meinem Psychiater zu fahren, fährt zur Zeit fast nie regulär. Da die Stationen, wo ich bei dieser S-Bahn alleine und ohne Hilfe raus- oder reinkomme an einer Hand aufgezählt werden kann, ist es schon ein Wunder, kann ich sie wenigstens benutzen.

Wenn sie aber wie so oft in letzter Zeit nicht fährt, wegen Baustellen und so weiter, kommt ein Ersatzbus zum Einsatz. Wenn ich Glück habe, was vielleicht einmal im Monat der Fall ist, hat der Bus eine Rollstuhlrampe. Aber…für eine Strecke für die ich normalerweise 45 Minuten brauche, habe ich mit Ersatzbus und diversen Wartezeiten über 90 Minuten! Kundenfreundlichkeit? Wo?  Angeschrieben, dass die S-Bahn nicht weiter als Haltestelle X fährt (eine Richtung) ist nirgends. Man schaut auf die Tafel, da steht Endbahnhof Z. Aber kurz vor Station X hört man dann die Durchsage: Tut uns leid, bla bla bla. Wieso kann man das nicht an den anderen Bahnhöfen auch anschreiben? Ist das so eine grosse Sache? Oder interessiert es die in den oberen Etagen nicht, weil sie die Bahn nie benutzen? Scheint ganz so. „Hallo, ich heisse Herr Müller, arbeite für die Bahn aber fahre nie damit. Wieso auch. Haben sie die vielen Störungen gesehen? Sehe ich dumm aus? Wieso sollte ich Bahn fahren. Die bezahlen mir nur das Auto. Ha ha ha.“

Bis 2022 sollte es eigentlich klappen, heisst es. Nur….viele Züge werden auch dann nicht autonom benutzbar sein. ZBsp wegen Stufen, ICNs weil sie zu schmal sind für Elektrorollstühle, die neuen Bombardierzüge weil die Rampe zu steil ist für Handrollstühle….die Liste könnte noch ewig so weiter gehen.

Aber interessiert das die Menschen von der SBB? Die in den oberen Etagen auf keinen Fall. Denen geht es nur um ihre Gehälter und Boni. Nur die Angestellten in den unteren Etagen, die die es jeden Tag betrifft. Wie die Assistance Mitarbeiter, die mir mit den Hebelifts in die ICNs helfen dürfen. Aber gefälligst nur von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr abends. Vorher und nachher ist das unmöglich!

Und ich muss eine Stunde vorher anrufen. Ob ich dann 15 Minuten in der Warteschleife ausharre und die Stunde nicht einhalten kann, ist denen egal.

Spontan und autonom verreisen? Unmöglich! Abends ausgehen? Unmöglich! Ich komme ja nicht mehr nach Hause!

Ob sich das ab 2022 ändern wird? Ich bezweifle es stark! Denn wie gesagt. Als Mensch mit Handicap bist du für die SBB kein Mensch mehr, den man ernst nehmen muss! Aber mein Geld für das Abonnement nehmen sie mit Freuden! Dabei ist auch das eine Riesenschweinerei! Zuviel Geld für keinen Service! Und dazu kommt noch, dass ich meistens im Gang stehe, meinen eigenen Sitz mitbringe und kaum irgendwohin kann! Und dafür bezahle ich über 200 Franken im Monat!

Nur, habe ich eine andere Wahl? Nein! Denn ein Auto vermag ich sowieso nicht!

Also wird mir nichts anderes übrig bleiben als weiterhin auf die Zähne zu beissen, diesen Unservice hinzunehmen und die Hoffnung nicht verlieren, dass es irgendwann besser wird.

Vielleicht wenn ich 80 bin und zu meiner eigenen Beerdigung fahre!

Fasnacht mit CRPS

Ich war gestern am Fasnachtsumzug in der Stadt. War cool. Auch wenn ich die Musik absolut nicht ab haben kann. Wenn man denn von Musik reden könnte. Für mich ist ja das nicht wirklich Musik, sondern organisierter Lärm. Aber meinem Neffen und meiner Nichte gefällt es. Mein Neffe will ja irgendwann zu den Tambouren. Da wird er dann am Umzug auch mitmachen dürfen.

Als Fasnachts-, oder wie die Deutschen sagen, Karnevalshasser, geh ich an den Umzug wegen meinen Neffen und Nichte. Vor allem weil er so viel Freude daran hat, das Konfetti aufzusammeln und mich dann mit dem gesammelten Sack zu bewerfen. Aber als Supertanti mach ich das gerne mit. Auch wenn das Konfetti in den Hosen dann mein CRPS doch sehr triggern. Dazu  noch die Kälte, die im Moment in der Schweiz vorherrscht (mit Bise noch schlimmer) und ich hab gestern Abend im Bett gelegen mit zwei Decken und Bettflasche. Kaum bin ich aus der Decke geschlüpft, hab ich wieder geschlottert.

Aber es wars wert. Die glänzenden Augen der Kinder, ihr Lachen, ihre Freude….So etwas hilft mehr als alles Morphium der Welt. Deswegen werd ich mich auch in Zukunft immer wieder übernehmen und für jede Minute büssen.

 

PS: Auch genial war es, dass mein Schwager, auch so ein Fasnachtsmuffel wie ich, von einem Krampus voll einkonfettiet wurde! Es war soooooo lustig!

Es hat mich eingeholt…

Ja, CRPS hat mich  wieder mal eingeholt. Ich weiss nicht, ob es wegen der Nervenblockaden ist, die nicht wirklich funktioniert haben (eine hielt 24 Std, die andere 48 Std an), oder ob es einfach der ganze Stress mit Nachbarn etc ist. Aber ich bin ziemlich angeschlagen im Moment.

Ich werde zBsp die Erkältung nicht los, die mich seit Wochen plagt. Und ich hab keine Kraft mehr. Gemäss meinem Büsiater habe ich seit 5 Jahren ein Burn-Out. Aber ich hab keine Chance da raus zu kommen, nicht wie andere „normale“ Burn-Out-Patienten. Was kann ich also tun?

Gestern musste ich den ICF Fragebogen beim Büsiater ausfüllen. Gemäss der Auswertung leide ich auch unter einer mittelschweren Depression. Nee echt jetzt? Naja, vielleicht hilft es meiner IV-Revision. Aber tägliche Schmerzen schlagen halt auch aufs Gemüt. Dazu noch das Mobbing, die Wohnungssuche (die sich schwieriger gestaltet als gedacht), die finanziellen Schwierigkeiten etc…. Diese Probleme schlagen dann auf den Schlaf und auf das CRPS. Meine Beine sind im Moment mehr als nur am schmerzen. Mein linker Knöchel wird immer instabiler. Aber ich kann nichts dagegen tun. Ausser im Bett liegen und einfach mal versuchen runter zu fahren. Doch das gibt mir mein Kopf nicht zu. So auch heute, wo ich eigentlich so kaputt bin, dass ich absolut keinen Antrieb habe. Aber trotzdem treff ich mich nach dem Arztbesuch (meine 3-monatige Blutentnahme ist wieder dran) mit einer Freundin, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe und sehr vermisse.

Auch werde ich danach noch bei meinen besten Freunden vorbei, weil ich das versprochen habe (und einer gestern Geburtstag hatte und ich was vorbeibringen will – was kleines Süsses).  Ausserdem will sich mein bester Freund ausheulen, weil die Börse gekracht hat….und ich wäre eine schlechte Freundin, wenn ich nicht meine Schulter zum ausheulen herhalten würde.

Morgen werde ich wieder babysitten. Vorher, früh morgens, noch eine Wohnung anschauen gehen. Komischerweise die alte Wohnung meiner Oma. Vielleicht ist das ein Zeichen? Die Wohnung liegt auch gut für die ÖV und gleich unterhalb meines Elternhauses…also perfekt eigentlich! Drückt mir die Daumen!